Die Autobahnkapelle am Lohfeldener Rüssel

07.11.2016

Auf dem Parkplatz stehen Autos aus Polen, Rumänien, Hamburg oder Berlin. Kinder spielen auf dem McDonalds Spielplatz, ihre Eltern schauen ihnen von einem Tisch des Schnellrestaurants aus zu. Ein Mann tankt und eilt schnellen Schrittes zur Kasse während die LKW´s nach ihrem Stopp auf den Zubringer zur Autobahn auffahren. Der Rasthof am Lohfeldener Rüssel erscheint hektisch, die Menschen wollen weiter, verschnaufen nur kurz. Den Gegenpol dazu stellt ein kleiner Betonklotz dar – ein Ort der Einkehr und Stille – die Autobahnkapelle „Licht auf dem Weg“ die vom Förderverein SVG Autohof Lohfelden betrieben wird.

„Das Angebot richtet sich in erster Linie an Menschen die auf Reisen sind“, erklärt Projektleiter Willi Stiel, „hier können sie die Stille genießen, eine Kerze anzünden oder ein Gebet sprechen.“ Vom Trubel auf dem Rasthof bekommt man in der kleinen Kapelle aus Beton nichts mit. Sanfte Klänge durchdringen den Raum, in der Mitte steht ein großes Kreuz, in der Wand steht gemeißelt: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage.“ 13 ehrenamtliche Mitarbeiter aus allen christlichen Kirchen halten die Kapelle im Wochendienst in Schuss, Gottesdienste gibt es hier keine. Allerdings ist die Kirche rund um die Uhr geöffnet.

„Einer der ehrenamtlichen Mitarbeiter hat mir mal erzählt, dass er hier einen Lkw-Fahrer getroffen hat, der öfter die Kapelle besucht. Er hat sich für den Ort bedankt und gemeint:’Wenn ich hier bin geht’s erstmal zu McDonalds, dann gönne ich mir eine Zigarette und dann gehe ich in die Kapelle – danach fühle ich mich wie neu’“, erzählt Willi Stiel. Dass das Angebot angenommen wird, zeigt auch das in schwarzen Leinen gebundene Anliegenbuch, das man sofort erblickt sobald man die Kapelle betritt. Die Menschen bitten Gott um Kraft, um Antworten oder haben Angst.

So schreibt eine Frau, sie wisse noch immer nicht welche Krankheit sie habe, das zermürbe sie und bittet Gott um Hilfe. „Bitte hilf mir schnell gesund zu werden. Ich will Gutes tun und viele Menschen vertrauen mir“, schreibt ein anderer. Wiederum andere bedanken sich, dass sie die lange Fahrt gut überstanden haben oder schöne Tage mit ihren Enkelkindern verbracht haben. Mit einer Schätzung, wie viele Menschen bisher die Kapelle besucht haben, tut sich Willi Stiel schwer: „Das ist eigentlich auch zweitrangig, es kommen Menschen – das ist gut.

Den original Lokalo24-Artikel von Marcel Ehrig lesen Sie hier.

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